Die älteste neue Idee der Wirtschaft Genossenschaften existieren seit 175 Jahren. Warum könnten sie jetzt relevanter sein als je zuvor? Im englischen Rochdale, 1844, taten sich 28 Weber zusammen und eröffneten einen kleinen Laden. Sie hatten kein Kapital, keine Investoren, keinen Businessplan im modernen Sinne — nur eine Idee: Wer hier einkauft, besitzt auch ein Stück davon. Die „Rochdale Pioneers“ gelten heute als Geburtsstunde der modernen Genossenschaft. Was damals als Notlösung gegen industriellen Ausbeutung begann, hat sich zu einer der bedeutendsten — und am meisten unterschätzten — Unternehmensformen der Welt entwickelt. Eine globale Bewegung, die kaum jemand als solche wahrnimmt Die Zahlen sind beeindruckend, aber sie tauchen selten in Wirtschaftsnachrichten auf. Weltweit gibt es rund drei Millionen Genossenschaften mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern. Die 300 größten Genossenschaften und Gegenseitigkeitsgesellschaften kommen zusammen auf einen Jahresumsatz von rund 2,4 Billionen US-Dollar. Das entspricht in etwa dem BIP Frankreichs. Wer denkt, Genossenschaften seien ein deutsches Phänomen — Volksbank, Raiffeisen, REWE-Gruppe — irrt. An der Weltspitze nach Umsatz stehen Frankreichs Crédit Agricole und Groupe BPCE, gefolgt von der deutschen REWE-Gruppe. In Japan ist der landwirtschaftliche Kooperativverbund JA-Group einer der mächtigsten Akteure im Agrarsystem. In Indien steht die Gujarat Cooperative Milk Marketing Federation — bekannt als Amul — für eines der erfolgreichsten Beispiele ländlicher Entwicklung durch kollektive Eigentumsstrukturen. Die International Cooperative Alliance (ICA) als globaler Dachverband vereint heute über 310 Mitgliedsorganisationen aus 110 Ländern. Das Genossenschaftsmodell ist keine europäische Besonderheit. Es ist eine globale Antwort auf eine universelle Frage: Wie organisiert man wirtschaftliche Aktivität so, dass nicht nur Kapital, sondern auch Menschen profitieren? Sieben Prinzipien, die erstaunlich modern klingen Was macht eine Genossenschaft zur Genossenschaft? Die ICA hat 1995 sieben Grundprinzipien definiert, die für alle gelten: freiwillige und offene Mitgliedschaft, demokratische Kontrolle durch die Mitglieder, wirtschaftliche Teilhabe, Autonomie, Bildung, Kooperation unter Genossenschaften und Gemeinwohlorientierung. Das klingt nach Vereinsrecht aus dem 19. Jahrhundert. Es klingt aber auch nach dem, was Investoren heute unter „Stakeholder Capitalism“ verstehen, was ESG-Ratingagenturen messen wollen und was Ökonomen als „resiliente Unternehmensform“ beschreiben. Genossenschaften mit stark demokratischen Governance-Strukturen zeigten in volatilen Wirtschaftsphasen eine um 23 Prozent höhere Widerstandsfähigkeit — das ist kein ideologisches Argument, sondern ein empirischer Befund. Der entscheidende Unterschied zum Kapitalgesellschaftsmodell: Bei einer AG oder GmbH folgt Stimmrecht dem Kapital. Wer mehr investiert, entscheidet mehr. In einer Genossenschaft gilt „one member, one vote“ — unabhängig vom eingebrachten Kapital. Diese strukturelle Eigenheit hat Konsequenzen. Sie verlangsamt manche Entscheidungen. Sie verhindert feindliche Übernahmen. Und sie erzeugt eine andere Zeitpräferenz: Genossenschaften optimieren seltener für das nächste Quartal, öfter für die nächste Generation. Energiewende, Plattformökonomie, KI — warum die Stunde der Genossenschaften schlägt Drei globale Trends konvergieren gerade auf das Genossenschaftsmodell zu. Dezentrale Energieinfrastruktur. Die Energiewende verteilt Produktion. Wer ein Solardach besitzt, ist kein passiver Verbraucher mehr — er ist Prosument. Energiegenossenschaften in Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Schottland organisieren diese dezentralen Strukturen seit Jahrzehnten. In einer Welt, in der Strom zunehmend lokal erzeugt und kollektiv verwaltet wird, ist das Genossenschaftsprinzip nicht Romantik — es ist Infrastruktur. Plattformökonomie von unten. Uber, Deliveroo und Airbnb haben gezeigt, wie digitale Plattformen Wert extrahieren können, ohne ihn mit den Leistungserbringern zu teilen. Die Antwort darauf heißt Platform Cooperativism — eine Bewegung, die 2014 am New Yorker New School entstand. In Spanien organisiert Som Mobilitat genossenschaftlich betriebene Mobilität, in Kanada existiert Radish als Lieferplattform in Mitgliedereigentum, in den USA betreibt die Drivers Cooperative einen taxiähnlichen Dienst. Diese Modelle skalieren langsamer als ihre VC-finanzierten Konkurrenten. Dafür gehören sie denjenigen, die die Arbeit leisten. Demokratisierung von KI. Die neueste Frontier: das Platform Cooperativism Consortium hat seinen Fokus in den letzten zwei Jahren entschieden von Plattform-Genossenschaften in Richtung KI als Infrastruktur, Governance-System und Machtzentrum verschoben. Die Frage, wem KI-Infrastruktur gehört — wessen Daten trainieren welche Modelle, wer kontrolliert die Rechenkapazität — ist im Kern eine Eigentumsthema. Und das Genossenschaftsprinzip hat darauf eine alte, neue Antwort. Das strukturelle Problem: Kapital Genossenschaften haben ein Finanzierungsproblem, das man ehrlich benennen muss. Sie können kein Eigenkapital in Form stimmrechtsloser Anteile verkaufen, ohne ihre Grundstruktur zu gefährden. Venture Capital interessiert sich nicht für demokratisch kontrollierte Unternehmen ohne Exit-Option. Traditionelle Plattformen sichern sich problemlos Millionen an Venture-Funding mit dem Versprechen schnellen Wachstums, während Genossenschaften, die faire Löhne priorisieren, bei Investoren auf Skepsis stoßen. Das ist kein akademisches Problem. Es erklärt, warum Genossenschaften trotz ihrer strukturellen Stärken im öffentlichen Diskurs über Innovation kaum vorkommen. Startups, die Eigenkapital ausgeben und auf Wachstum optimieren, finden leichter Kapital — und leichter Aufmerksamkeit. Die Lösung liegt in neuen Finanzierungsinstrumenten: Genossenschaftsanteile als digitale, handelbare Wertpapiere. Obligatorische Mitgliedsbeiträge als recurring revenue. Impact-orientierte Family Offices und Pensionsfonds, die anfangen, Rendite breiter zu definieren als nur finanziellen Return. Das ist kein Wunschdenken — es ist in Deutschland bereits regulatorisch möglich, und in anderen Ländern schon weiter verbreitet. Eine offene Frage für die nächsten zehn Jahre Der Generaldirektor der ICA beschrieb die Genossenschaftsbewegung als „Globalisierung von unten“ — ein Wirtschaftsmodell, das nicht durch Kapitalflüsse, sondern durch gemeinsame Werte verbreitet wird. Ob Genossenschaften die Wirtschaft der Zukunft prägen werden, hängt nicht davon ab, ob das Modell funktioniert. Das tut es nachweislich, seit 175 Jahren, auf sechs Kontinenten. Es hängt davon ab, ob wir kollektives Eigentum wieder als das begreifen, was es ist: nicht als Relikt sozialistischer Planwirtschaft und nicht als blauäugiger Gemeinschaftssinn — sondern als eine rationale, skalierbare Antwort auf Marktversagen, Machtkonzentration und Kurzfristdenken. Die Weber von Rochdale hatten keine bessere Technologie als ihre Konkurrenten. Sie hatten eine bessere Eigentumsstruktur. Vielleicht ist das auch heute genug. Genossenschaften auf valueverde entdecken
Energiegenossenschaften besser vergleichen: Neue Funktionen auf valueverde
Energiegenossenschaften direkt vergleichen: Was auf valueverde neu ist Wer bereits Mitglied einer Energiegenossenschaft ist oder sich aktiv mit Bürgerenergie beschäftigt, kennt das Problem: Die Informationen sind da – aber verstreut, schwer vergleichbar und selten auf einen Blick zugänglich. Genau das haben wir in den letzten Wochen geändert. Dieser Artikel zeigt, was auf valueverde neu ist – und was das konkret für Dich bedeutet. Energiegenossenschaften vergleichen – endlich auf einen Blick Das häufigste Feedback, das wir bekommen haben: Der Vergleich zwischen Genossenschaften ist zu aufwendig. Deshalb haben wir die Genossenschafts-Karten grundlegend überarbeitet. Du siehst jetzt direkt in der Übersicht: Anteilspreis und Mindestinvestition Mitgliederzahl und Mitgliederwachstum CO₂-Einsparung pro Jahr – und pro Anteil Historische Durchschnittsdividende und Dividendenzuverlässigkeit Kein Klick in die Detailseite mehr, um die wichtigsten Kennzahlen zu sehen. Alles, was Du für eine erste Einschätzung brauchst, liegt direkt vor Dir. Sortierung nach dem, was Dir wichtig ist Nicht jeder investiert aus denselben Gründen in Energiegenossenschaften. Manchen geht es um maximalen Impact, anderen um Stabilität oder Wachstum. Deshalb kannst Du Genossenschaften jetzt selbst sortieren – nach: CO₂-Einsparung Mitgliederwachstum Mitgliederzahl Gründungsjahr und weiteren Kriterien Die Basis: ausschließlich objektive, öffentlich verfügbare Daten. valueverde gibt keine Anlageempfehlung. Du entscheidest, welche Kriterien für Dich zählen. Dein Impact – konkret und sichtbar Was leistet ein einzelner Anteil tatsächlich für die Energiewende? Diese Frage haben wir lange mit uns getragen. Die Antwort darauf ist jetzt direkt sichtbar: Bei jeder Genossenschaft zeigen wir die CO₂-Einsparung pro Anteil. Und nach Deiner Zeichnung erscheint dieser Wert automatisch in Deinem Portfolio. So weißt Du nicht nur, was Du investiert hast – sondern auch, was es bewirkt. Schneller starten: Anmeldung per Google Ein kleines Ding mit großer Wirkung: Du kannst Dich jetzt direkt mit Deinem Google-Konto registrieren. Kein neues Passwort, kein langer Prozess – einfach loslegen. Dein Dashboard: Investment und Impact auf einen Blick Das persönliche Portfolio zeigt Dir jetzt zwei Dinge gleichzeitig: Was Du investiert hast – Gesamtbetrag, Anzahl der Mitgliedschaften, alle Genossenschaften im Überblick. Was Du bewirkst – die jährliche CO₂-Einsparung durch Deine Beteiligungen, direkt im Dashboard. Was als nächstes kommt: die valueverde-Postbox In Entwicklung ist gerade eine zentrale Postbox für die Kommunikation zwischen Genossenschaften und ihren Mitgliedern. Einladungen zu Generalversammlungen, Projektupdates, wichtige Dokumente – alles an einem Ort, statt verteilt über E-Mail-Postfächer. Dazu mehr, sobald es live geht. Energiegenossenschaften entdecken valueverde ist die Plattform, um in Energiegenossenschaften in Deutschland zu investieren – transparent, vergleichbar und vollständig digital. Wenn Du noch keine Genossenschaft in Deinem Portfolio hast: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Dir die aktuellen Möglichkeiten anzusehen. Genossenschaften auf valueverde entdecken
163 Millionen Kilowattstunden: Was 19 Energiegenossenschaften 2025 umgesetzt haben
163 Millionen Kilowattstunden: Was 19 Energiegenossenschaften 2025 wirklich gebaut haben Während die Politik über Energiewende-Ziele debattiert, schaffen Energiegenossenschaften Fakten. Eine Datenanalyse zeigt: Allein 19 dieser Akteure, die mit der Plattform valueverde kooperieren, haben 2025 insgesamt 39 Projekte realisiert – vom Kita-Dach bis zum großen Freiflächen-Solarpark. Die unterschätzte Kraft der Bürgerenergie Fast 163 Millionen Kilowattstunden Stromerzeugung pro Jahr, neu in Betrieb genommen. Das ist die Bilanz von 19 Energiegenossenschaften, die mit valueverde kooperieren und ihre Projektdaten melden. Zum Vergleich: Diese Menge würde rechnerisch ausreichen, um über 46.000 durchschnittliche Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen, bei einem Verbrauch von 3.500 kWh pro Haushalt. Also Energie für eine mittelgroße Stadt. Die Zahl überrascht, denn Bürgerenergie und Genossenschaften gelten vielen noch immer als Nischenprojekt: sympathisch, lokal verankert, aber im Großen und Ganzen vernachlässigbar. Die Fakten aber erzählen eine andere Geschichte. Diese 39 Projekte bilden die Aktivitäten der 19 Energiegenossenschaften ab, die aktuell mit valueverde kooperieren. Es ist also kein vollständiger Überblick über die deutsche Bürgerenergie-Landschaft, sondern ein datenbasierter Einblick in den Teil, der über die Plattform sichtbar ist. Was diese Daten zeigen, ist dennoch bemerkenswert – sowohl in der Größenordnung als auch in der Bandbreite. Daher lohnt es sich, einmal tiefer einzusteigen. Von der Kinderkrippe zum Mega-Solarpark Die Spannweite der Projekte ist erheblich. Am einen Ende der Skala: Eine Photovoltaikanlage auf der Kinderkrippe in Johannesberg, die jährlich 14.000 Kilowattstunden erzeugt. Am anderen Ende: Der Bürgersolarpark Darstadt der Genossenschaft egis mit einer Jahresproduktion von über 80 Millionen Kilowattstunden. Vier ausgewählte Projekte 2025: Solarenergie dominiert – aber nicht ausschließlich Von den 39 umgesetzten Projekten fallen 32 in den Bereich Solarenergie. Das ist wenig überraschend: Photovoltaik ist technisch ausgereift, wirtschaftlich berechenbar und vergleichsweise einfach zu realisieren. Sie bleibt der Einstiegspunkt und das Rückgrat der meisten Energiegenossenschaften. Doch das Portfolio wird breiter. Sieben Projekte widmen sich anderen Bereichen: 4 Ladesäulen (BürgerEnergie RheinSieg) 2 Carsharing-Standorte (BürgerEnergie RheinSieg) 1 Mobilitätsprojekt – ein Radhaus in Tharandt (Thagetes) Diese Projekte liefern zwar keine klassischen Stromerzeugungs-Kennzahlen, markieren aber einen wichtigen Trend: Energiegenossenschaften verstehen sich zunehmend als Infrastrukturakteure für eine integrierte Energiewende – nicht nur als Stromerzeuger. Kleine Projekte, große Wirkung Während die Großprojekte medial beeindrucken, entfalten die kleineren Anlagen eine andere Art von Wirkung: Sie machen die Energiewende alltäglich und greifbar. Beispiele aus 2025: Grundschule Stelle-Ashausen (Rosengarten eG): 80.000 kWh/Jahr Kita Apfelgarten, Neu Wulmstorf (Rosengarten eG): 24.000 kWh/Jahr Feuerwehr Karlstein (bla.energy): 73.000 kWh/Jahr Bauhof Büchen (BürgerEnergie Bille): 71.000 kWh/Jahr Diese Anlagen stehen auf Schulen, Kitas, Rathäusern oder Feuerwehrhäusern – Orten des täglichen Lebens. Sie schaffen Sichtbarkeit, lokale Identifikation und Akzeptanz. Energiewende wird hier nicht als abstraktes Konzept erlebt, sondern als konkrete Infrastruktur vor der eigenen Haustür. Was diese Zahlen bedeuten 163 Millionen Kilowattstunden klingen abstrakt. Konkret bedeuten sie: Stromversorgung für über 46.000 Haushalte (bei ca. 3.500 kWh/Jahr) Vermiedene CO₂-Emissionen: 87.600 Tonnen CO₂ pro Jahr (laut Projektdaten) – das entspricht den Jahresemissionen von rund 8.000 Durchschnittsdeutschen oder etwa 44.000 Autos Investitionsvolumen: Bei konservativen 1.000 Euro pro kWp installierter Leistung sprechen wir von dreistelligen Millionenbeträgen Und das ist nur ein Ausschnitt. Die 19 hier erfassten Genossenschaften sind ein Bruchteil der bundesweit aktiven Energiegenossenschaften. Hochgerechnet wird das Gesamtvolumen der Bürgerenergie deutlich größer sein – nur ist es bisher kaum sichtbar, weil die Daten fehlen. 163 Millionen Kilowattstunden klingen abstrakt. Konkret bedeuten sie: Stromversorgung für über 46.000 Haushalte (bei ca. 3.500 kWh/Jahr) Vermiedene CO₂-Emissionen: 87.600 Tonnen CO₂ pro Jahr (laut Projektdaten) – das entspricht den Jahresemissionen von rund 8.000 Durchschnittsdeutschen oder etwa 44.000 Autos Investitionsvolumen: Bei konservativen 1.000 Euro pro kWp installierter Leistung sprechen wir von dreistelligen Millionenbeträgen Und das ist nur ein Ausschnitt. Die 19 hier erfassten Genossenschaften sind ein Bruchteil der bundesweit aktiven Energiegenossenschaften. Hochgerechnet wird das Gesamtvolumen der Bürgerenergie deutlich größer sein – nur ist es bisher kaum sichtbar, weil die Daten fehlen. Warum Bürgerenergie funktioniert Die Stärke genossenschaftlicher Energieprojekte liegt nicht in spektakulären Ankündigungen, sondern in der Umsetzung. Drei strukturelle Vorteile stechen hervor: Lokale Verankerung schafft Akzeptanz Wer selbst Mitglied einer Energiegenossenschaft ist oder das Solardach auf der Schule der eigenen Kinder sieht, entwickelt ein anderes Verhältnis zur Energiewende. Akzeptanzprobleme, wie sie bei Großprojekten oft auftreten, sind hier selten. Genossenschaftliche Strukturen sind krisenfest Energiegenossenschaften agieren nicht quartalsgetrieben. Sie sind langfristig ausgerichtet, lokal verwurzelt und von ihren Mitgliedern getragen. Das macht sie weniger anfällig für kurzfristige Marktschwankungen oder politische Unsicherheiten. Skalierung durch Vielzahl, nicht durch Größe Bürgerenergie wächst nicht über zentrale Großakteure, sondern über viele parallele Initiativen. Das ist langsamer in der Ankündigung – aber oft schneller in der konkreten Umsetzung. Fazit: Bürgerenergie ist kein Nischenprojekt mehr Die 39 Projekte aus 2025 zeigen: Bürgerenergie ist operativ leistungsfähig und vielfältig aufgestellt. Sie reicht vom kleinen Kita-Dach bis zum Solarpark mit Dutzenden Megawatt Leistung. Sie umfasst nicht nur Stromerzeugung, sondern zunehmend auch Mobilität und Ladeinfrastruktur. Dieser Jahresrückblick ist kein vollständiger Marktüberblick. Er zeigt jedoch, was bereits heute sichtbar wird, wenn Energiegenossenschaften ihre Arbeit transparent dokumentieren. Und er legt nahe: Bürgerenergie ist größer, professioneller und relevanter, als viele vermuten. Die Energiewende braucht große Akteure und große Projekte – keine Frage. Aber sie braucht ebenso die vielen kleinen und mittleren Initiativen, die nicht nur planen, sondern tatsächlich bauen. Genau das tun Energiegenossenschaften. Seit Jahren. Messbar. Methodik & Abgrenzung Datenbasis:Dieser Beitrag basiert auf Projektdaten von 19 Energiegenossenschaften, die zum Zeitpunkt der Auswertung bei valueverde gelistet waren und ihre Projektdaten aktiv gepflegt haben. Zeitraum:Berücksichtigt wurden ausschließlich Projekte, die im Jahr 2025 umgesetzt oder in Betrieb genommen wurden. Abgrenzung:Der Datensatz erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit für alle Energiegenossenschaften in Deutschland. Er bildet vielmehr einen qualitativen Querschnitt jener Akteure ab, für die strukturierte, aktuelle Projektdaten vorliegen. Hinweis zu Kennzahlen:Bei bestimmten Projekttypen (z. B. Ladeinfrastruktur oder Carsharing) liegen naturgemäß keine Angaben zu Stromerzeugung oder CO₂-Einsparung vor. Diese Projekte wurden dennoch berücksichtigt, da sie Teil einer integrierten Energiewende sind. Datenbasis:Dieser Beitrag basiert auf Projektdaten von 19 Energiegenossenschaften, die zum Zeitpunkt der Auswertung bei valueverde gelistet waren und ihre Projektdaten aktiv gepflegt haben. Zeitraum:Berücksichtigt wurden ausschließlich Projekte, die im Jahr 2025 umgesetzt oder in Betrieb genommen wurden. Abgrenzung:Der Datensatz erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit für alle Energiegenossenschaften in Deutschland. Er bildet vielmehr
Wie misst man Wirkung?
Impact ist mehr als eine Zahl. Wie valueverde Wirkung messbar macht – und warum das für die Energiewende entscheidend ist.
valueverde ermöglicht erstmals digitalen Zugang zu internationalen Klimaschutzprojekten
valueverde ermöglicht erstmals digitalen Zugang zu internationalen Klimaschutzprojekten Leipzig, 11. Dezember 2025. Die digitale Investmentplattform valueverde hat The Generation Forest eG als erste Genossenschaft außerhalb des Energiesektors auf ihrer Plattform gelistet. Mit diesem Schritt erweitert das Leipziger Startup sein Angebot um nachhaltige Forstwirtschaftsprojekte und erschließt neue Bereiche des europäischen Genossenschaftsmarktes. Investorinnen und Investoren können über valueverde.de nun sowohl in lokale Energieprojekte als auch in internationale Klimaschutzprojekte investieren. The Generation Forest eG ist eine Hamburger Produktions- und Absatzgenossenschaft, die nach dem „Generationenwald-Prinzip“ degradierte Weideflächen in Panama aufforstet. Mit über 8.000 Mitgliedern und einer aufgeforsteten Fläche von mehr als 1.300 Hektar gehört die Genossenschaft mit ihren Partnern zu den größten gemeinschaftlich organisierten Aufforstungsprojekten weltweit. „Wenn wir kommenden Generationen einen lebenswerten Planeten hinterlassen wollen, müssen wir heute die Natur nachhaltig wiederaufbauen, die bereits verlorengegangen ist. Genau das schaffen unsere Generationenwälder. Durch die Aufnahme auf valueverde können sich nun noch mehr Menschen an dieser wirkungsvollen Lösung mit finanzieller Rendite beteiligen“, begründet Charline Joost, Vorständin von The Generation Forest eG ihr Engagement. Dabei steht neben einer finanziellen Rendite durch den späteren Holzverkauf vor allem die positive Wirkung auf Klima, Umwelt und die Menschen vor Ort im Mittelpunkt. Und diese Wirkung ist messbar: Jeder Genossenschaftsanteil schafft 500 Quadratmeter Wald und speichert nach VERRA-Zertifizierung im Schnitt eine Tonne CO₂ pro Jahr. „Die Aufnahme von The Generation Forest zeigt, dass unser Infrastruktur-Ansatz über den Energiesektor hinaus funktioniert“, erklärt Nathanael Meyer, CEO von valueverde. „Genossenschaften sind in vielen Bereichen aktiv. Wir haben mit Energie begonnen und erweitern nun unser Angebot. Unser Ziel ist es, diese sichere und impactstarke Investmentform für neue Zielgruppen digital zugänglich zu machen.“ Digitale Infrastruktur für einen 176-Milliarden-Euro-Markt valueverde positioniert sich als erste regulierte Plattform für den digitalen Handel von Genossenschaftsanteilen in Deutschland. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben knapp 20 Genossenschaften gelistet und verzeichnet bereits ein Transaktionsvolumen im fünfstelligen Bereich. Der Fokus liegt auf der Schaffung digitaler Infrastruktur für einen Markt, der bislang weitgehend analog organisiert ist. valueverde wurde für diesen Ansatz kürzlich als eines der innovativsten Startups Sachsens im Rahmen des InnoStartBonus-Wettbewerbs ausgewählt. Langfristige Investments mit messbarer Wirkung Im Gegensatz zu den bisher auf valueverde gelisteten Energiegenossenschaften, die typischerweise Renditen zwischen 3 und 5 Prozent jährlich ausschütten, verfolgt The Generation Forest einen deutlich längerfristigen Ansatz. Erste Erträge aus der Holzvermarktung werden ab 2041 erwartet, jedoch steigt der Wert der Anteile jährlich um 4,5 Prozent. Genossenschaftsanteile können ab 1.633 Euro erworben werden, alternativ sind Sparpläne ab 30 Euro monatlich möglich. Über The Generation Forest eG The Generation Forest eG (Hamburg) ist eine eingetragene Genossenschaft, die seit 2016 nach dem Generationenwald-Prinzip tropische Mischwälder in Panama aufbaut. Die Genossenschaft verfügt über FSC-, VERRA- und B-Corp-Zertifizierungen und zählt über 8.000 Mitglieder aus 30 Ländern. Die operative Umsetzung erfolgt durch den langjährigen Forstpartner Futuro Forestal in Zusammenarbeit mit der Tochterfirma Waldmenschen S.A.. Reguliert. Digital. Bürgernah. Über valueverde In Deutschland sind mehr als 1.000 Energiegenossenschaften aktiv – und sie betreiben über 30 % der Bürgerenergieanlagen. Diese Genossenschaften erwirtschaften stabile Eigenkapitalrenditen zwischen drei und sechs Prozent pro Jahr, oft mit langfristigen Verträgen und Inflationsschutz. Dennoch sind sie bis heute ein weitgehend unbekanntes Anlagefeld. valueverde will das ändern. Als erste digitale Plattform für den Zugang zu Genossenschaftsanteilen macht das Leipziger FinTech diese wirkungsvolle Anlageklasse für Investoren transparent, zugänglich und handelbar. Ziel ist es, ein neues Investitionsökosystem für die Energiewende zu schaffen – bürgernah, reguliert und digital.
Nathanael Meyer im Payment & Banking-Podcast
Neu im Blog: Unser CEO Nathanael Meyer war im Payment & Banking Podcast zu Gast – und spricht darüber, wie Genossenschaften zu einem Schlüssel für die Finanzierung der Energiewende werden können.
Nachhaltiges Wirtschaften und lokale Energiewende: Wie HeimatBonus und valueverde Städte zukunftsfähig machen
Die Zukunft unserer Städte entsteht vor Ort – in unseren Vierteln und zwischen den Menschen, die täglich etwas bewegen. Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet nicht nur Windräder und Solardächer, sondern auch die Unterstützung lokaler Händler und Initiativen.
Stiftung trifft Genossenschaft: Ein Perfect Match für nachhaltige Geldanlage
Stiftungen stehen heute mehr denn je vor der Herausforderung, ihre Kapitalanlagen so zu strukturieren, dass sie drei Kriterien erfüllen: ✅ Langfristige Sicherheit, um den Stiftungszweck nachhaltig zu gewährleisten.✅ Stetige Erträge, die verlässlich planbar sind.✅Wirkung, die über den Finanzmarkt hinausgeht und gesellschaftlichen Mehrwert stiftet. Genossenschaftsanteile erfüllen genau diese Anforderungen – und bieten Stiftungen zusätzlich einen besonderen Vorteil: Wenn die inhaltliche Ausrichtung einer Genossenschaft mit dem Stiftungszweck übereinstimmt, schlägt die Stiftung mit einer Kapitalanlage gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie erzielt Erträge und fördert gleichzeitig ihren eigenen Zweck. Warum Stiftungen und Genossenschaften so gut zusammenpassen Sowohl Stiftungen als auch Genossenschaften sind auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit ausgerichtet. Zum einen verfolgen Stiftungen ihren Zweck dauerhaft und generationenübergreifend, zum anderen sind Genossenschaften auf Stabilität und Mitgliederinteressen ausgerichtet, nicht auf kurzfristige Gewinnmaximierung. Diese strukturelle Nähe macht die Kombination attraktiv: Stiftungen können durch die Beteiligung an Energie- oder Sozialgenossenschaften nicht nur finanzielle Erträge erzielen, sondern zugleich ihre inhaltlichen Ziele unterstützen. Nachhaltige Wirkung statt reinem Finanzinvestment Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Anlageformen ist, dass beim Kauf von Aktien das investierte Kapital in der Regel nicht in das Unternehmen selbst fließt, sondern an den vorherigen Aktionär. Bei Genossenschaftsanteilen hingegen fließt das Geld direkt in die Genossenschaft – es finanziert konkrete Projekte, stärkt die Eigenkapitalbasis und schafft so unmittelbare Wirkung. Jede Kapitalanlage unterstützt also zugleich reale Projekte mit gesellschaftlichem Mehrwert – ob Energiewende, Wohnungsbau oder soziale Infrastruktur. Für Stiftungen ein wichtiger Mehrwert bei der Auswahl einer Anlageklasse. Und dazu sind Genossenschaften sehr sicher. Sicherheit und Regulierung Genossenschaften sind nicht nur wirkungsstark, sondern auch robust: Hinzu kommen klare Kündigungsfristen, ähnlich wie beim Festgeld. Das schafft Planbarkeit für Stiftungen, die oft mit festen Auszahlungszyklen arbeiten. Chancen und Risiken Wie jede unternehmerische Beteiligung sind auch Genossenschaftsanteile nicht völlig risikofrei. Doch gerade für Stiftungen können sie als beimischende Anlage sinnvoll sein – mit Chancen auf solide Erträge (häufig 3–6 % p. a.) und einem eingebauten Nachhaltigkeitsfaktor. Genossenschaftsanteile sind keine Nischenlösung mehr, sondern eine zukunftsweisende Ergänzung für Stiftungsporfolios. Sie verbinden: ✅ verlässliche Erträge✅ gesellschaftliche Wirkung✅ geringe Ausfallrisiken ➡️ Und wenn die Genossenschaft thematisch zum Stiftungszweck passt, dann verstärkt die Kapitalanlage sogar unmittelbar die Mission der Stiftung. Kurz gesagt: Stiftung und Genossenschaft – das ist ein Perfect Match.
valueverde erweitert Angebot für Corporate-Kunden
valueverde erweitert Angebot für Corporate-Kunden: Unternehmerische Verantwortung in der Region stärken Leipzig, 22. September 2025. Mit valueverde wird nachhaltiges Investieren für Unternehmen jetzt noch einfacher: Die Leipziger Plattform für Anteile an Energiegenossenschaften öffnet ihr Angebot gezielt auch für Corporate-Kunden – von Mittelständlern über Stiftungen bis hin zu Family Offices. Damit erhalten Unternehmen, öffentliche Organisationen oder auch Vereine die Möglichkeit, ihr Kapital werteorientiert, sicher und wirkungsstark einzusetzen. Mit valueverde war im August die erste Plattform an den Start gegangen, die den Zugang zu profitablen Energiegenossenschaften digital, sicher und einfach macht. Mit dem Corporate-Programm von valueverde erhalten Unternehmen erstmals die Möglichkeit, ihre finanzielle Stärke direkt in regionale Energieprojekte einfließen zu lassen. So entsteht nicht nur ein ökologischer Mehrwert, sondern auch eine klare wirtschaftliche Bindung zur eigenen Region. „Wer als Unternehmen in lokale Energiegenossenschaften investiert, stärkt die Infrastruktur vor Ort, sichert Akzeptanz in der Bevölkerung und übernimmt sichtbare Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften. Wir machen diesen Prozess digital, transparent und effizient – und eröffnen Firmen damit einen einfachen Weg, ökologische Wirkung mit regionaler Verantwortung zu verbinden“, skizziert Nathanael Meyer, Gründer und CEO von valueverde die Ziele. Neue Anlagechancen für Unternehmen Über valueverde können Firmen sicher in geprüfte Energiegenossenschaften investieren – sei es zur Stärkung der eigenen ESG-Bilanz, für nachhaltiges Treasury oder als Bestandteil von Mitarbeiter- und Kundenprogrammen. Die Beteiligungen sind in reale Projekte wie Solarparks, Windräder oder Mieterstrommodelle eingebunden und bieten stabile Erträge, gesellschaftlichen Impact und langfristige Planungssicherheit. „Wir öffnen Corporate-Kunden den Zugang zu einer Assetklasse, die bislang unterschätzt wurde. Energiegenossenschaften liefern nicht nur verlässliche Cashflows, sondern tragen direkt zum Klimaschutz und zur regionalen Wertschöpfung bei“, bringt es Meyer auf den Punkt. Grünes Investieren: Mit Sicherheit und Wirkung Neben diesem Corporate Programm mit valueverde Privatanleger schon ab 50 Euro Anteile an geprüften Energiegenossenschaften zeichnen. Sortiert nach Interesse für unterschiedliche Energieformen oder regionalen Vorlieben können die Anleger zwischen verschiedenen Projekten wählen. Die Genossenschaften sind in der Regel bereits am Markt etabliert und verfügen über langjährige Betriebserfahrung. Bereits kurz nach Beginn der Beta-Phase sind bereits über zehn unterschiedliche Energiegenossenschaften mit konkreten Projekten gelistet. Ziel ist es, bis zum zweiten Quartal 2027 über zehn Millionen Euro Kapital in nachhaltige Energieprojekte zu vermitteln. Damit schafft das Startup eine regulierte Infrastruktur für ein Marktsegment, das bisher fast vollständig offline funktioniert. Parallel wird die technische Infrastruktur für Partnerschaften mit Banken, Plattformen und Kommunen ausgebaut. Um diesen Markt weiterzuentwickeln, ist das vierköpfige Team um Gründer und CEO Meyer auch auf der Suche nach strategischen Partnern. Reguliert. Digital. Bürgernah. Über valueverde In Deutschland sind mehr als 1.000 Energiegenossenschaften aktiv – und sie betreiben über 30 % der Bürgerenergieanlagen. Diese Genossenschaften erwirtschaften stabile Eigenkapitalrenditen zwischen drei und sechs Prozent pro Jahr, oft mit langfristigen Verträgen und Inflationsschutz. Dennoch sind sie bis heute ein weitgehend unbekanntes Anlagefeld. valueverde will das ändern. Als erste digitale Plattform für den Zugang zu Genossenschaftsanteilen macht das Leipziger FinTech diese wirkungsvolle Anlageklasse für Investoren transparent, zugänglich und handelbar. Ziel ist es, ein neues Investitionsökosystem für die Energiewende zu schaffen – bürgernah, reguliert und digital.
Die Geschichte der Strom-Genossenschaften in Deutschland – von der Selbsthilfe zur Energiewende
Die Geschichte der Strom-Genossenschaften in Deutschland – von der Selbsthilfe zur Energiewende Stromgenossenschaften erleben derzeit ein beeindruckendes Comeback. Doch ihre Wurzeln reichen weit zurück, bis in die Anfänge der Elektrifizierung des ländlichen Raums. Stromgenossenschaften – oder wie sie heute oft heißen: Energiegenossenschaften – sind längst nicht mehr nur ein Relikt aus der Vergangenheit. Im Gegenteil: Sie boomen wie nie zuvor und werden zu einem wichtigen Baustein der Energiewende. In diesem Beitrag beleuchten wir die Geschichte der Energiegenossenschaften. Die Anfänge: Bürger nehmen die Energieversorgung selbst in die Hand Als Ende des 19. Jahrhunderts die Elektrizität in Deutschland Einzug hielt, konzentrierten sich die damaligen großen Energieunternehmen auf wirtschaftlich lukrative Ballungsräume – vor allem die großen Städte und industrielle Zentren. Ländliche Regionen blieben vielerorts unversorgt. Die Lösung kam aus der Mitte der Gesellschaft: Bürger:innen, Landwirte und Kommunen schlossen sich zusammen und gründeten eigene Stromgenossenschaften. Ihr Ziel: gemeinsam Stromnetze aufbauen und wortwörtlich Licht ins Dunkel bringen. Ein Meilenstein dafür war das Genossenschaftsgesetz von 1869, das spätestens ab 1889 im gesamten Deutschen Reich galt und rechtliche Sicherheit für solche Zusammenschlüsse bot. Boomzeit der Selbsthilfe – 1920er Jahre Nach dem Ersten Weltkrieg explodierte die Bewegung regelrecht. Bis 1928 entstanden etwa 6.000 Stromgenossenschaften! Nehmen wir Saig im Hochschwarzwald: 1919 gegründet, 1932 zur Genossenschaft geworden und bis heute aktiv. Oder Wittmund in Ostfriesland, seit 1922 dabei. Diese Zahlen zeigen: Hier war echte Pionierarbeit am Werk. Die Genossenschaften machten alles selbst: planen, finanzieren, Leitungen verlegen, Kraftwerke betreiben. Und das über Generationen hinweg. Der Rückgang: Zentralisierung und kommunale Versorger Mit dem Aufstieg zentraler Stromversorgungsstrukturen, dem Ausbau staatlicher Infrastruktur und der Gründung von Stadtwerken verloren viele Genossenschaften ihre Bedeutung oder wurden in die neuen größeren Strukturen integriert. Von den ehemals Tausenden existieren heute nur noch wenige Dutzend historische Stromgenossenschaften, die vor 1931 gegründet wurden. Die Renaissance: Stromgenossenschaften im 21. Jahrhundert Seit den 2000er Jahren erlebt die Idee der Stromgenossenschaft ein kraftvolles Comeback – dank Energiewende, Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und einem veränderten gesellschaftlichen Wertewandel. Erleichterte Gründungsbedingungen – seit 2006 reichen drei Personen zur Gründung – und die wachsende Unzufriedenheit mit Großkonzernen befeuern die Entwicklung. Heute gibt es in Deutschland wieder rund 1000 Energiegenossenschaften. Diese betreiben gemeinschaftlich organisierte Solarparks, Windkraftanlagen, Nahwärmeverbünde oder E-Ladeinfrastruktur. Und das Beste: Sie tun dies demokratisch, nachhaltig und regional verwurzelt. Warum die Renaissance? Die Gründe im Überblick Echte Mitbestimmung: Bei einer Genossenschaft zählt nicht, wer das meiste Geld hat. Jedes Mitglied hat eine Stimme – damit ist die Genossenschaft eine demokratische Institution. Das schafft Vertrauen und macht Projekte populärer – denn nicht alleine Geld zählt. Das Geld bleibt hier: Statt dass die Gewinne in die Konzernzentrale fließen, bleiben sie in der Region. Arbeitsplätze, Investitionen, Wertschöpfung – alles vor Ort. In unsicheren Zeiten ist das auch ein Sicherheitsargument. Grün aus Überzeugung: Etwa 90 Prozent der Genossenschaften setzen auf Solar- und Windenergie. Nicht weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Mieterstrom, gemeinsame Batteriespeicher – hier wird experimentiert und innoviert. Mehr als nur Strom: Genossenschaften schaffen Gemeinschaft. Sie stärken das Dorfgefühl, die regionale Identität. Das ist gelebte Solidarität – und ein Gegenmodell zur anonymen Konzernwelt. Von der Vergangenheit lernen – für die Zukunft gestalten Die Geschichte der Stromgenossenschaften zeigt: Wenn Menschen sich zusammentun, können sie Großes bewirken. Was einst als Notlösung begann, ist heute ein Symbol für die Beteiligung der Menschen an der Infrastruktur. Genossenschaften verbinden Tradition mit Innovation und bieten eine echte Alternative zur anonymen Energieversorgung durch Konzerne. Bei valueverde glauben wir fest an diese Idee. Deshalb machen wir es einfach, digital und transparent, Teil einer Energiegenossenschaft zu werden oder als bestehende Genossenschaft neue Mitstreiter zu finden. Fazit: Stromgenossenschaften sind ein Zukunftsmodell Vom Schwarzwald bis zur Küste, von den 1920ern bis zur Energiewende: Stromgenossenschaften haben schon einmal Geschichte geschrieben. Jetzt tun sie es wieder. Wer heute mitmacht, knüpft an eine über 100-jährige Erfolgsgeschichte an. Eine Geschichte, die gerade erst richtig losgeht.